Farbperspektive: Tauchgang


Kunst Jahrgang 6 - 7
Farben mischen
Perspektive
Differenzierung

„Wie kann ich ein echtes Bild malen, Frau S.?“ – gute Frage. Was damit gemeint ist, wurde mir erst vor kurzem klar: Irgendwann stoßen wir bei unserer kreativen Arbeit auf Hürden, wenn uns das fehlende Know-How fehlt. Eine Landschaft wirkt dann schnell platt und pappig, statt tief und weit. Wie ein kleines bisschen Wissen über das Phänomen der Farbperspektive helfen kann, erfährt man hier: 

Das wohl bekannteste Beispiel zur Farbperspektive: "Blue Hills" - ein vorinstalliertes Wallpaper unter Windows 7/Vista.

Befinden wir uns in geschlossenen Räumen und die einzige Lichtquelle ist auf unserer Höhe (z.B., wenn wir einen dunklen Keller betreten und das Licht des Obergeschosses fällt noch ein paar Meter voraus), dann ist der am weitesten entfernte Punkt am dunkelsten. Befinden wir uns jedoch im Freien, lässt sich das Gegenteil beobachten: In der Ferne erscheinen die Farben heller, milchiger und erhalten teilweise einen Blaustich. Man spricht hier auch von der „Blauperspektive“. Die Farbperspektive geschieht durch Lichtbrechung … aber wie das ganz genau von Statten geht, müsste ich bei meinen Physik-Kolleg(inn)en erfragen ;-)

Als Einstieg in die Unterrichtseinheit „Farbperspektive: Tauchgang“ zeigte ich den Sechstklässler(inne)n Bildbeispiele zum Thema Farbperspektive. Zunächst ganz allgemeine, weite Landschaften, auf denen man die Verblassung der Farben gut erkennen kann. Da ich mich in der glücklichen Lage befinde, in meinem Klassenraum über ein ActivBoard zu verfügen, ließ ich nun Meeresgeräusche im Hintergrund laufen und zeigte konkrete Beispiele zur Farbperspektive unter Wasser ;-) 

Anschließend ließ ich die Schüler/innen sich dazu äußern, was ihnen aufgefallen war: Was hatten die Bilder gemeinsam? Danach sicherten wir unsere Beobachtungen an der Tafel:
  • Je näher die Objekte, desto kräftiger die Farben (bis hin zu schwarz)
  • Je weiter die Objekte, desto blasser die Farben (bis hin zu weiß)
  • Wenn das Licht von vorne kommt, wirken Objekte, hinter denen der Betrachter „steht“, schwarz / wie Schatten.
Nun sollten die Kinder eigene Unterwasserbilder gestalten. Den Arbeitsauftrag und Bildbeispiele zu Meeresbewohnern erhielten die Schüler/innen wieder schriftlich.
Der Download inklusive Bewertungsbogen steht hier bereit.

Hier sind einige Beispiele des 6. Jahrgangs 2017/18 zu sehen:







Leistungsstarke Schüler/innen übertrugen das Phänomen auf weitere Szenerien und übten dadurch das Mischen anderer „Farbfamilien“ (z.B. Afrika: von Gelb zu Rot, oder Nacht: von Schwarz zu Weiß.






Licht & Schatten: Fuchs im Schnee



Kunst, 5. / 6. Klasse
Licht und Schatten
Kalt-Warm-Kontrast
Fachbezug: Mathe (parallele Linien)
Buchvorstellung: „Mein Freund Pax“

Bei Pinterest bin ich in letzter Zeit immer mal wieder auf Jonathan Klassens Illustration eines Fuchses im Wald gestoßen. Das Bild ist sehr minimalistisch gestaltet und trotzdem entsteht durch die Betonung der Baumschatten eine interessante Räumlichkeit. Des Weiteren spielt das Bild mit dem Kalt-Warm-Kontrast: Während die Bäume und ihre Schatten in kühlem Blau gehalten sind, sticht der orange-rote Fuchs stark hervor. Das Bild wurde schon ein Vielfaches nachgeahmt, jedoch habe ich bisher keinen didaktischen Hintergrund finden können. Darum habe ich das jetzt übernommen. 

Illustration von Jon Klassen
 Wie der Zufall will, bin ich kurz nach meiner Aufarbeitung auf ein neues Lieblingsbuch gestoßen: „Mein Freund Pax“ von Sara Pennypacker … illustriert von Jonathan Klassen! Das sollte wohl so sein. Ich nutzte also die Chance, und stimmte die Schüler/innen des 6. Jahrgangs durch Vorlesen auf Füchse ein. Auch während unserer Arbeit las ich den Kindern weiter vor, was sie sehr genossen.

Roman von Sara Pennypacker: "Mein Freund Pax" (FISCHER Verlag, 2017) - illustriert von Jon Klaassen
Vorab machten wir jedoch zur Hinführung ein Experiment: Ich beleuchtete mehrere Objekte mit einer Taschenlampe und veränderte dabei die Position des Lichts. Die Schüler/innen sollten anschließend beschreiben, inwiefern sich die Schatten verändern. Ziel war es hier, dass die Kinder erkannten, dass Schatten bei nur EINER Lichtquelle auch nur in EINE Richtung fallen können. Hier ließ sich sehr gut ein fächerübergreifender Bezug zur Mathematik herstellen, denn die 6. Klassen lernten gerade, was parallele Linien sind und wie man das Geodreieck benutzt. Sicherheitshalber wiederholten wir diese Inhalte aber noch einmal gemeinsam an der Tafel.
Screenshot vom Arbeitsauftrag / Arbeitsblatt
Tafelbild: Parallele Linien?!
Anschließend erhielten die Schüler/innen einen schriftlichen Arbeitsauftrag, den man hier gratis downloaden kann. Auch wenn meine Klassen verpflichtend eine Kunstmappe führen müssen – natürlich geht hin und wieder… nein, IMMER das eine oder andere Arbeitsblatt verloren. Aus diesem Grund funktionierte ich eine alte Pinnwand zu einer Infotafel um, auf der alle Arbeitskriterien und Bildmaterial zu Füchsen zu finden waren.

Infotafel: Arbeitsauftrag und Tipps, um Füchse zu zeichnen







Nachdem die Kinder das Zeichnen eines Fuchses geübt hatten, durften sie an ihrem Abgabebild im Format DIN-A3 arbeiten. Hier sind einige Arbeitsergebnisse des 6. Jahrgangs 2016/17 zu sehen: 








Klassenarbeit: Personenbeschreibung zu Jack Sparrow

Jugendlichen fällt es meines Erachtens zunehmend schwerer, Dinge und Personen treffend zu beschreiben. Die häufigsten Attribute sind dann doch leider nur „lol“, „Alterrrr…!“ oder „aaaalles klaaar“. Als Thema im Deutschunterricht nahmen wir uns daher der Personenbeschreibung an.

Alle Seiten der Klassenarbeit: Kopiervorlage, Erwartungshorizont, Bewertungsraster und Notenschlüssel.

Gemeinsam erarbeiteten wir folgende Kriterien:

  • Passende Überschrift formuliert?
  • Gesamteindruck treffend beschrieben?
  • Körperform / Figur mit passenden Attributen beschrieben?
  • Gesichtsform mit passenden Attributen beschrieben?
  • Haare / Frisur mit passenden Attributen beschrieben?
  • Kleidungsstücke + Kopfbedeckung aufgezählt und mit passenden Attributen beschrieben?
  • Besondere Kennzeichen / Merkmale erwähnt?
  • Eine Reihenfolge eingehalten?
  • Korrekte Zeitform eingehalten?
  • Insgesamt anschaulich beschrieben und passende Adjektive und Verben benutzt?
  • Abwechslungsreiche Satzanfänge formuliert?
  • Orthografie- und Grammatikregeln beachtet? 
Wortspeicher lassen sich sehr gut gemeinsam zu Augenform und –farbe, Frisuren, Gesichtsformen, Kleidungsstilen, Statur, Accessoires / besonderen Merkmalen etc. vorab sammel, indem die Schüler/innen sich in Übungsphasen gegenseitig beschreiben und die Mitschüler/innen erraten lassen, wer gemeint ist. 
Vorder- und Rückseite der Klassenarbeit
Die Klassenarbeit, die ich zum Abschluss der Unterrichtseinheit in einem 6. Sek.1-Jahrgang konzipierte und hier kostenlos als Word- und als PDF-Dokument herunterzuladen ist, ist als Fahndung nach dem Piraten Jack Sparrow (aus „Fluch der Karibik“) aufgebaut. Die Datei enthält neben der Kopiervorlage auch ein farbiges Bild für den Overheadprojektor / das Active-Board, einen Erwartungshorizont / Lösungsvorschlag und einen Notenschlüssel.
… viel Spaß beim Ausprobieren! :-)

Erwartungshorizont

Farben aufhellen: Nilpferd unter Wasser


Wie so oft diente mir Pinterest als hervorragende Ideen-Quelle für ein neues Kunstthema. Bei meiner Suche stieß ich auf den frei downloadbaren Beitrag von lernbasar.de: "Ein Hippo geht baden". Ich fand die Idee für den Schwerpunkt des Farbenmischens sehr gelungen und nach einer kurzen, netten Rücksprache mit dem Seitenbetreiber Herrn Scheel bediente mich dankbar 😍
Die Arbeitsaufträge habe ich für die fünften Klassen leicht umgeschrieben und noch eine Vor-Übung zum Aufhellen und Abdunkeln von Farben eingeschoben. Die Aufgabenstellung hat somit den Schwerpunkt Farben mischen, bzw. den Farbkreis nach Johannes Itten.
Meine Arbeitsmaterialien stehen hier zum Download bereit.
Dies sind die Arbeitsergebnisse des Kunstwahlpflichtkurses 2016/17 im fünften Jahrgang:

Lena, 11 Jahre
Darja, 12 Jahre
Jan-Niclas, 11 Jahre
David , 11 Jahre
Li-Mei, 10 Jahre
Alina, 11 Jahre
Megan, 11 Jahre
Melissa, 12 Jahre
Anmerkung: 
Den Kindern fiel beim Arbeiten auf, dass eher eine "nächtliche" Atmosphäre auf den Bildern herrscht. Das liegt daran, dass durch das Aufhellen des Wassers der Himmel dunkler wirkt. Die meisten Schüler/innen ergänzten also noch einen Sternenhimmel, wodurch meiner Meinung nach wieder sehr stimmige Ergebnisse entstanden sind. 
 
Eine Schülerin hat das Erlernte nach der Unterrichtseinheit für ein freies Bild genutzt und mir dadurch eine hervorragende Differnezierung-, bzw. "Forder-Aufgabe" geliefert: Sie malte eine Blumenvase. Die Flächen, die man nur durch Glas oder Wasser sieht, hat sie aufgehellt: 

Alina, 11 Jahre

Bunte Fische: Hommage an Mies van Hout


Mies van Hout ist eine niederländische Grafikerin und Illustratorin. Den Meisten wird sie durch ihr Buch "Heute bin ich" (aracari verlag, 2012) bekannt sein. Hier gibt sie unterschiedlichsten Emotionen eine Gestalt in Form von Fischen: 

Mies van Hout: Heute bin ich (arcari verlag, 2012) - Grafik von amazon.de
Der Kunst-Walpflichtkurs des 5. Jahrgangs 2016/17 beschäftigte sich mit diesem Thema für einige Wochen. Zunächst sammelten die Schüler/innen, welche Emotionen ihnen bekannt sind. Wir thematisierten die Begriffe "Mimik" und "Gestik" und erprobten unsere eigene Ausdrucksweise: Was ist typisch für einen bestimmten Emotionsausdruck? 
Erst danach sahen wir uns die Bilder von Mies van Hout an und versuchten, die dargestellten Emotionen zu deuten - die Erklärungen, bzw. Lösungen verdeckte ich dabei zunächst, sodass dabei ein Ratespiel entstand.  




Anschließend durften die Kinder sich mit dem Material der Pastellkreide vertraut machen. Die erste Aufgabe unserer Unterrichtseinheit war eine zeichnerische: Die Schülerinnen sollten im Stile van Houts einen eigenen Fisch auf schwarzem Karton zeichnen. Wichtig ist bei dieser Übung, den Kindern zu verdeutlichen, dass sie nun auf schwarzem Papier nicht den Schatten zeichnen (wie wir es sonst auf einem hellen Maluntergrund mit dunklen Stiften tun), sondern das Licht - sonst entstehen 'Negativ-Bilder'.












Der Abschluss unseres Themas war die Gestaltung von dreidimensionalen Papierfischen, die nun zu Hause an den Zimmerdecken der Kinder hängen und durch die Luft 'schwimmen'.






Material: 
  • schwarzes Papier / Karton in DIN-A4
  • Pastellkreiden (z.B. JAXON)
  • Makulaturpapier / Tapetenreste
  • Tacker
  • Wasserfarben
  • Wolle